Thorsten Bleich, Lauteninstrumente
Johann Sebastian Bachs Partita h-Moll BWV 1002 entstand ursprünglich für Violine solo. In der Übertragung auf die Laute gewinnt ihre Folge aus Tänzen und kunstvollen Variationen eine besondere Wärme und Intimität. Thorsten Bleich lässt Bachs vielstimmige Klangwelt auf seinem historischen Instrument neu aufleuchten – eingebettet in die entspannte Atmosphäre des Bach’n’Breakfast.
Partita h-moll, BWV 1002
Am Sonntag, 13. September 2026, gestaltet der Lautenist Thorsten Bleich das abschließende Bach’n’Breakfast des vielklang-Festivals. Im Zentrum seines Programms steht Johann Sebastian Bachs Partita h-Moll BWV 1002 – ein Werk, das ursprünglich für Violine solo komponiert wurde und in der Übertragung auf die Laute eine ganz eigene klangliche Gestalt gewinnt.
Bachs Partita folgt der barocken Tradition einer Folge stilisierter Tänze. Auf Allemande, Courante, Sarabande und Tempo di Bourrée lässt Bach jeweils ein „Double“ folgen: eine kunstvolle Variation, die das musikalische Material der vorangegangenen Tanzbewegung aufgreift, verfeinert und in fließende Figurationen verwandelt. So entsteht ein faszinierendes Wechselspiel zwischen klaren Formen und virtuoser Ausgestaltung, zwischen tänzerischer Bewegung und konzentrierter Innerlichkeit.
Obwohl das Werk für ein Melodieinstrument geschrieben wurde, erweckt Bach immer wieder den Eindruck einer vielstimmigen Komposition. Einzelne Stimmen scheinen sich voneinander zu lösen, musikalische Linien treten miteinander in Dialog, Akkorde öffnen harmonische Räume. Gerade auf der Laute wird diese verborgene Mehrstimmigkeit besonders unmittelbar erfahrbar. Die verschiedenen Register des Instruments lassen sich klanglich voneinander absetzen, während der warme, fein nuancierte Ton der gezupften Saiten der Musik eine intime und beinahe improvisatorische Wirkung verleiht.
In Thorsten Bleichs Interpretation begegnet Bachs Musik nicht als monumentales Kunstwerk aus sicherer Distanz, sondern als lebendige Klangrede. Kleine Verzierungen, rhythmische Freiheiten und die natürliche Resonanz der Laute lassen die Tanzcharaktere ebenso hervortreten wie die nachdenklichen und meditativen Seiten der Partita. Das Publikum erlebt Bach aus nächster Nähe: transparent, beweglich und voller klanglicher Farben.
Die besondere Atmosphäre des Bach’n’Breakfast gehört seit vielen Jahren zu den Markenzeichen des vielklang-Festivals. Vor und nach dem Konzert lädt ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Butterbrezeln, Hefezopf, Obstsalat, Kaffee, Tee und weiteren Köstlichkeiten zum gemeinsamen Genießen und zum Austausch ein. Musik und Begegnung, Konzentration und Geselligkeit verbinden sich zu einem entspannten Sonntagvormittag – und zu einem ebenso genussvollen wie persönlichen Abschluss des Festivals.
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