Eliot Quartett & Dmitry Ablogin & Georg Poplutz
Romantische Liedkunst und große Kammermusik: Das Eliot Quartett, Georg Poplutz und Dmitry Ablogin verbinden Werke von Clara Schumann, Mendelssohn und Reimann mit Dvořáks Klavierquintett A-Dur op. 81.
Drei Lieder
…oder soll es Tod bedeuten?
Klavierquintett Nr. 2, A-Dur, op. 81
Ein Konzertabend zwischen romantischer Liedkunst, poetischer Erinnerung und großer Kammermusik: Am 25. August verbinden das Eliot Quartett, der Tenor Georg Poplutz und der Pianist Dmitry Ablogin Werke von Clara Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Aribert Reimann und Antonín Dvořák zu einem ebenso feinfühligen wie spannungsreichen Programm.
Im Mittelpunkt der ersten Konzerthälfte steht die Lyrik Heinrich Heines. Seine Gedichte erzählen von Liebe und Verlust, von Erinnerung, Sehnsucht und der Zerbrechlichkeit menschlicher Nähe. Clara Schumanns Lieder „Volkslied“, „Sie liebten sich beide“ und „Ihr Bildnis“ gehören zu ihren eindringlichsten Vertonungen. In der Bearbeitung Aribert Reimanns für Singstimme und Streichquartett erhalten sie eine neue klangliche Perspektive. Die Streicher begleiten nicht nur, sondern führen die Gedanken der Gedichte weiter, verdichten einzelne Worte und öffnen zwischen den Versen eigene emotionale Räume.
Noch stärker greift Reimann in Felix Mendelssohn Bartholdys Liederzyklus „…oder soll es Tod bedeuten?“ ein. Acht Lieder und ein unvollendet gebliebenes Fragment Mendelssohns werden durch sechs neu komponierte Intermezzi miteinander verbunden. Bekannte Lieder wie „Leise zieht durch mein Gemüt“, „Auf Flügeln des Gesanges“ und „Allnächtlich im Traume“ erscheinen dadurch nicht als lose Folge, sondern als Stationen einer größeren dramatischen Erzählung.
Reimanns Intermezzi nehmen Motive und Stimmungen der Lieder auf, kommentieren sie und führen sie in die Klangsprache des 20. Jahrhunderts. Romantische Harmonik trifft auf fragile, mitunter schroffe Klangflächen; Mendelssohns melodische Unmittelbarkeit wird aus zeitlicher Distanz betrachtet und neu beleuchtet. So entsteht ein Dialog über die Jahrhunderte hinweg – zwischen Mendelssohn, Heine und Reimann, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen gesungener Poesie und instrumentaler Reflexion.
Nach dieser konzentrierten Verbindung von Wort und Klang öffnet Antonín Dvořáks Klavierquintett A-Dur op. 81 einen großen kammermusikalischen Raum. Das 1887 entstandene Werk zählt zu den bedeutendsten Klavierquintetten der Romantik. Kraftvolle, weit gespannte Themen stehen neben intimen, beinahe volksliedhaften Passagen. Dvořák verbindet klassische Formstrenge mit der rhythmischen Energie und melodischen Farbigkeit böhmischer Musik.
Besonders eindrucksvoll ist die „Dumka“ des zweiten Satzes: Melancholische, nachdenkliche Abschnitte wechseln mit lebhaften Episoden und lassen unterschiedlichste Stimmungen unmittelbar aufeinanderprallen. Das tänzerische Scherzo und das temperamentvolle Finale führen das Quintett schließlich zu einem mitreißenden Abschluss.
Mit dem Eliot Quartett, Georg Poplutz und Dmitry Ablogin begegnen sich an diesem Abend Künstler, die gleichermaßen für klangliche Differenzierung, stilistische Sensibilität und eine lebendige kammermusikalische Kommunikation stehen. Gemeinsam gestalten sie ein Programm, das die romantische Tradition nicht als abgeschlossenes Kapitel betrachtet, sondern als einen Klangraum, der aus der Gegenwart immer wieder neu befragt und erfahren werden kann.
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