Gerhard Müller-Hornbach zum 75. Geburtstag
Das Porträtkonzert würdigt den Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen Gerhard Müller-Hornbach anlässlich seines 75. Geburtstags. Mit ausgewählten Werken gibt der Abend Einblick in sein vielseitiges Schaffen zwischen Klangforschung, Kammermusik und musikalischer Erzählkunst.
Das Porträtkonzert am 27. August ist dem Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen Gerhard Müller-Hornbach gewidmet, der 2026 seinen 75. Geburtstag feiert. Seit mehr als fünf Jahrzehnten prägt er das zeitgenössische Musikleben nicht nur durch ein umfangreiches kompositorisches Schaffen, sondern auch als engagierter Vermittler, Hochschullehrer und künstlerischer Wegbegleiter mehrerer Generationen junger Musiker*innen.
Müller-Hornbachs Musik zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Aufmerksamkeit für den Klang aus. Ausgangspunkt seiner Werke sind häufig konkrete Hörerfahrungen, instrumentale Farben und die Frage, wie sich musikalische Vorgänge im Raum entfalten. Dabei versteht er Komposition nicht als abstraktes System, sondern als einen lebendigen Prozess des Wahrnehmens, Erfindens und Gestaltens. Einzelne Töne, Geräusche und Bewegungen können sich zu vielschichtigen Klanglandschaften verbinden, in denen Vertrautes und Unbekanntes, Nähe und Ferne, Ruhe und dramatische Verdichtung aufeinandertreffen.
Sein Werk reicht von Solokompositionen und Kammermusik über Streichquartette und Ensemblewerke bis zu großen Oratorien, Musiktheaterproduktionen und interdisziplinären Arbeiten. Immer wieder öffnet Müller-Hornbach die Musik für andere Ausdrucksformen: Literatur, bildende Kunst, Theater, Bewegung und Licht werden zu Partnern des musikalischen Geschehens. Auch philosophische und gesellschaftliche Fragestellungen spielen eine wichtige Rolle. Themen wie Erinnerung, Angst, Natur, Verantwortung und menschliche Begegnung durchziehen sein Schaffen und verleihen vielen seiner Werke eine weit über das rein Musikalische hinausreichende Dimension.
Von besonderer Bedeutung ist die enge Zusammenarbeit mit den Interpret*innen. Müller-Hornbach schreibt seine Musik häufig im direkten Austausch mit den beteiligten Musiker*innen und bezieht ihre klanglichen Möglichkeiten und persönlichen Erfahrungen in den Entstehungsprozess ein. Dadurch entsteht eine Musik, die präzise gestaltet ist und zugleich den Ausführenden Raum für eigene Wahrnehmung und schöpferische Mitverantwortung lässt.
Das Porträtkonzert gibt mit ausgewählten Werken aus unterschiedlichen Schaffensphasen Einblick in diese vielseitige musikalische Welt. Es begegnen sich unterschiedliche kompositorische Perspektiven, Klangvorstellungen und Ausdrucksformen. Zugleich wird hörbar, wie konsequent sich Müller-Hornbach mit den Traditionen der europäischen Musikgeschichte auseinandersetzt, ohne sie lediglich fortzuschreiben. Historische Formen und musikalische Erinnerungen erscheinen bei ihm in neuer Beleuchtung, werden verwandelt, hinterfragt und mit den Erfahrungen der Gegenwart verbunden.
So entsteht ein Konzertabend, der nicht nur einzelne Werke präsentiert, sondern den Blick auf eine künstlerische Persönlichkeit richtet, für die Komponieren, Interpretieren, Lehren und Vermitteln untrennbar zusammengehören. Das Porträt lädt dazu ein, Gerhard Müller-Hornbach als musikalischen Entdecker kennenzulernen – als einen Komponisten, der dem Klang mit großer Neugier folgt und Musik als offenen Raum der Wahrnehmung, der Begegnung und des gemeinsamen Nachdenkens versteht.
Der Komponist führt selbst durch das Programm.
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